Die Kernreaktorfernüberwachung (KFÜ) des Landes Schleswig-Holstein ist eine Einrichtung, die bereits seit 1981 eine kontinuierliche Überwachung der kerntechnischen Anlagen im Land sicherstellt.
Zum Beispiel laufen dort permanent Meßwerte von diversen Strahlungssensoren im Umfeld von Kernkraftwerken ein, ebenso wird automatisiert in die KFÜ gemeldet, wenn sich ein Kraftwerk selbst abschaltet.
So eine Reaktor-Schnell-Abschaltung hat es ja im Kraftwerk Krümmel am 4. Juli gegeben - bei der "Generalüberholung" der Transformatoren waren ja kleine Metallspäne in die Rohrleitungen gelangt und hatten die Brennstäbe beschädigt. Die Kraftwerks-Elektronik hat das bemerkt und sozusagen das Not-Aus-Programm gestartet.
Das zeigt uns:
Kernkraftwerke sind sicher.
Wenn was schiefläuft schalten sie sich selbst ab.
Man mag sich fragen, warum denn niemand diese Metallspäne vorher entfernt hat. Nun ja, offenbar passierte dort nach dem Brand ein Jahr zuvor vieles unter hohem Zeitdruck. Und unter Zeitdruck passieren die meisten Fehler.
Das zeigt uns:
Kernkraftwerke sind sicher.
Menschen und ihre Profitgier machen sie unsicher.
Die Meldung über die Schnellabschaltung wurde übrigens auch in der KFÜ in Kiel registriert. Jedenfalls elektronisch. Leider hat dies dort niemand zur Kenntnis genommen, weil der Störfall außerhalb der Dienstzeiten passierte. Pech eben, aber "Sie rufen außerhalb unserer Geschäftszeiten an."
Das zeigt uns:
Kernkraftwerke sind sicher.
Menschen und ihre Profitgier machen sie unsicher.
Der Staat ist aufgrund von Geiz nicht in der Lage, uns zu schützen.
Man muß allerdings - ehrlicherweise - zugestehen, daß bei wichtigeren Ereignissen wie dem Austritt von Radioaktivität ein Mitarbeiter der KFÜ informiert wird. Die haben eine 24-Stunden-Rufbereitschaft an 7 Tagen die Woche.
Insofern können wir also ganz beruhigt sein: Wenn's zu spät ist, wenigstens dann kriegt es jemand mit - bei der Gelegenheit empfehle ich, mal auf die Unfallpyramide nach Skiba zu schauen und darüber nachzudenken, in welcher Ebene wir uns mit dieser KFÜ-Story wohl befinden...
Freitag, 25. September 2009
Kernreaktorfernüberwachung
Mittwoch, 23. September 2009
Ich habe Angst!
Gestern schlenderte ich über den Hamburger Hauptbahnhof und lief dabei mehreren Streifen der Bundespolizei über den Weg. Immer zu zweit, mit schußsicherer Weste, einer von beiden mit umgehängter Maschinenpistole. Junge Männer, fast noch Kinder, aber mit martialisch wirkender Statur und grimmigem Blick.
Abschreckend soll das wirken auf die Terroristen - und dem Bürger ein Gefühl von Sicherheit vermitteln.
Also, ich persönlich glaube ja, daß es genau andersrum ist: die Terroristen können angesichts dieser ungezielten Präsenzerhöhung sicher sein, daß die deutschen Behörden nichts Genaues wissen. Und ich als Bürger habe Angst, daß plötzlich ein Kind hinter so einem MP-Mann eine Brötchentüte zerknallt, worauf er dann wild um sich ballert.
Ich muß zugeben, die islamistischen Vollpfosten haben ihr Ziel erreicht, denn: ich habe Angst.
Montag, 21. September 2009
Neues vom Jugendamt...
Jugendämter sind ja die Behörden, die in Deutschland für das Verhungernlassen von Kindern zuständig sind. Die dort tätigen Mitarbeiter haben meist ein Studium der Sozialpädagogik absolviert, was sie befähigt, anderen Menschen soziales Verhalten beizubringen.
Soziales Verhalten jedoch lernt man am besten dadurch, daß einem Vertrauen entgegengebracht wird und man die Zeit bekommt, sich positives Verhalten bei anderen abzugucken*.
Nun gab es gestern Abend in Hamburg-Billstedt einen Familienstreit, zu dem die Polizei gerufen wurde. Diese fand in der Wohnung unter anderem ein verdrecktes, verängstigtes Kind vor - die Beamten verständigten sofort das Jugendamt. Im Prinzip eine richtige Entscheidung, wenn eben das Jugendamt nicht das Jugendamt wäre...
Die Mitarbeiterin des Jugendamtes entschied sich, die Mutter und das Kind mitzunehmen und anderweitig unterzubringen. Was irgendwie auch logisch sinnvoll erscheint.
Die Mitarbeiterin des Jugendamtes entschied sich außerdem, den Kameramann des anwesenden Reporterteams tätlich anzugreifen. Soviel dann also zur Vorbildfunktion von Sozialpädagogen. Aber eben typisch Jugendamt.
*: Das alles braucht leider viel Zeit - bis die Maßnahmen der Jugendamts-Sozialpädagogen greifen, sind die Kinder eben manchmal bereits verhungert oder wurden totgeschlagen.
Freitag, 18. September 2009
Mit den Vornamen...
...ist es ja so eine Sache. Wer erinnert sich nicht an die Rabauken aus der Grundschule, die irgendwie immer die gleichen Vornamen hatten, oder an die selbsternannten Schönheiten mit Zickzickfaktor - die hiessen doch auch irgendwie alle gleich, oder?
Also, wenn ich an meine Schulkameraden von damals denke, denn habe ich sehr konkrete Vorstellungen: Stephan's waren die typischen Clowns, Oliver's waren still und grau, aber ziemlich clever, und wer Andreas hieß, war mit Vorsicht zu geniessen. Bei den Mädels ebenso: Britta's waren die Oberstreberinnen, Nathalie's die Vollzicken und Claudia's hatten die Schüchternheit mit Löffeln gefressen.
Ein Bericht auf Spiegel-Online hat mich in der Erkenntnis verstärkt, daß Vornamen irgendwie doch was mit Charaktereigenschaften zu tun haben: Kevin ist kein Name, sondern eine Diagnose - allein als ich die Überschrift las, hat's mich vor Lachen fast vom Stuhl gehauen.
Tatsächlich hat die Arbeitsstelle für Kinderforschung an der Universität Oldenburg in einer Studie herausgefunden: "Als eher freundlicher, leistungsstärker und verhaltensunauffällig stellen sich Kinder mit Vornamen wie Charlotte, Sophie, Marie, Hannah, Alexander, Maximilian, Simon, Lukas oder Jakob im Bewusstsein von Lehrern dar, während Namen wie Chantal, Mandy, Angelina, Kevin, Justin oder Maurice eher mit Leistungsschwäche und Verhaltensauffälligkeit assoziiert werden."
Wen wundert das?
Ich glaube fest an folgende Kausalkette*:
- Eltern in bildungsferneren Schichten neigen eher dazu, sich bei der Namenswahl an der Yellow Press zu orientieren: Kevin (allein zu Haus), Angelina (Jolie), Justin (Timberlake) - vermutlich glauben die, daß ihre Kinder mit solchen Vornamen dann auch so erfolgreich werden wie die Vorbilder aus Musik & Film...
- Eltern in bildungsferneren Schichten neigen eher dazu, unausgeglichene, aggressive, nervige Kinder zu haben, weil sie meist nicht in der Lage sind, sich sinnvoll um ihre Kinder zu kümmern. Fernseher, XBox und Gameboy ersetzen Bücher und Museumsbesuch, was will man da erwarten?
- In Kombination ergibt das: Kinder aus bildungsferneren Familien tragen sowohl ein erhöhtes Risiko, zu Streßkindern (un)erzogen zu werden, als auch die passenden Vornamen.
- Und (Gegenprobe) das funktioniert auch andersrum: besonders ehrgeizige Eltern, die ihre Kinder an zwölf Tagen die Woche zum Klavier-, Flöten-, Geigenunterricht, Theater und Jazzgymnastik schicken, suchen sich ebenfalls entsprechende Namen aus, die dann möglichst "modern-traditionell" sind - so kommt es dann zu Charlotte oder Lukas.
*das ist natürlich alles klischeehaft vereinfacht - selbstverständlich gibt es auch Ausnahmen.
PS: Ein Gericht in Berlin hat nun letztinstanzlich entschieden, daß der muslimische Vorname "Djehad" zulässig ist und eingetragen werden muß. Ja klar habe "Djehad" auch die Bedeutung von "Heiliger Krieg", aber das sei nicht als Nachteil für das Kind zu werten. Aus dem eher deutschen Sprachraum sind übrigens auch "Pumuckel" oder "Fanta" zulässig (bestimmt auch ohne jeden Nachteil für die Kinder...), "Borussia" und "Tom Tom" hingegen nicht. Naja, ich bin ja auch irgendwie froh, daß ich im echten Leben nicht Fischkopp heiße. ;-)
Donnerstag, 17. September 2009
Spacken aller Länder, vereinigt euch !
Heute kann ich mich partout nicht entscheiden, welche Nachricht mich weiter rauf auf die Palme bringt:
Da ist zunächst mal der Mord an Dominik Brunner in München und die dadurch wieder mal losgetretene Diskussion um die Verschärfung des (Jugend-)Strafrechts. Ja, ich bin in solchen Fragen eher ein Law-and-Order-Typ. Ich lehne Kuschelpädagogik als untaugliches Mittel ab, wenn es um die Bestrafung jugendlicher Intensivtäter geht. Aber dazu gelegentlich ein eigener Post.
Wenn aber nun kalt lächelnd gefragt wird, ob denn eine Strafandrohung von 15 statt 10 Jahren für Mord (Jugendstrafrecht) diese Tat verhindert hätte, muß man sagen: wohl nicht. Aber eine klarere Linie des Staates gegenüber (jugendlichen) Straftätern bereits in den vergangenen Jahren hätte diese beiden Spacken vielleicht doch anders ausrichten können. Denn strafrechtlich auffällig waren beide schon seit Jahren.
Außerdem wird heute berichtet, daß die Notrufsäule am Bahnhof Solln nicht funktioniert. Was übrigens bekannt war, und zwar seit fünf Jahren! Deutsche Bahn und ein privates Bahnunternehmen streiten nun darüber, warum das so ist. Das Privatunternehmen war verpflichtet, die Notrufsäule aufzustellen (hat man auch getan) und zu betreiben. Das jedoch hat man nicht getan. Und warum? "Wegen technischer Probleme und weil sich die DB in Vertragsverhandlungen so ´unfreundlich´ gezeigt habe, sei die Säule vor etwa fünf Jahren zwar angeschlossen, aber nicht eingeschaltet worden" erläutert der Chef der Privatbahn.
Äääh... dazu fällt mir jetzt nichts mehr ein.
Die andere Nachricht heute betrifft - wen wundert's - nochmal die Schanze. Da hat sich nämlich jetzt der "Sprecher des Schanzenfests", ein gewisser Andreas Blechschmidt, zu Wort gemeldet und gesagt: "Gewalt als politisches Mittel schließe ich nicht aus". Und zum Angriff auf die Polizeiwache meint er: "Die Wache ist ein Symbol für das Konzept von Innensenator Ahlhaus, 2300 Polizisten zum Schanzenfest bereitzustellen."
Ja bravo! Der Typ lebt doch in einem anderen Universum. Erstens mal: Gewalt als politisches Mittel gegen WAS? Gegen den Staat, der diesen links-chaotisierten Fatzkes ihre Stütze schenkt? Und zweitens: die Vergangenheit hat doch mehr als deutlich gezeigt, daß extrem starke Polizeikräfte erforderlich sind, um die Ausschreitungen halbwegs im Zaum zu halten. Was will er denn? Daß die Stadt und ihre Bürger tatenlos zuschauen, wie ihr Lebensraum zertrümmert wird?
Ich glaube, es wird Zeit, daß im Schanzenviertel endlich richtig aufgeräumt wird. Beim nächsten Mal gleich die ganze Flora abfackeln, jeden potentiellen Gewalttäter "aus Versehen" mit dem Wasserwerfer überfahren und seine Reste in den Gully spülen. Das wäre doch nichts anderes als "Gewalt als politisches Mittel", und das ist laut dieser Krankhirne ja in Ordnung.
Mittwoch, 16. September 2009
Zugang legen "zum üben"?
Vor ein paar Tagen wurden wir mit dem RTW zu einem anderen RTW alarmiert, um dessen Patienten zu übernehmen. Die Kollegen hatten das Pech, daß ihr fast neuer Sprinter nach dem Einladen nicht mehr anspringen wollte. Kann passieren. War auch nicht wirklich dramatisch, weil der Patient lediglich zur Bestrahlung ins Krankenhaus gefahren werden sollte - Lebensgefahr bestand also nicht.
Umso überraschter waren wir, als wir den älteren Herrn zwar insgesamt guter Dinge, aber doch mit ligendem Venenzugang samt von der Decke baumelnder Infusion vorfanden. Ich bat den Kollegen vom ersten Fahrzeug kurz nach draussen und fragte, was denn das sollte. Und seine Antwort war: "Wir müssen schließlich in Übung bleiben, also bekommt bei uns jeder Patient einen Zugang."
Ich habe mir die Ausführungen über ungerechtfertigte vorsätzliche Körperverletzungen gespart - in dem Augenblick war ich aus tiefstem Herzen überzeugt, daß jedes einzelne Wort darüber pure Verschwendung wäre. Ehrlich gesagt war ich auch ziemlich perplex, denn einfach nur so zum üben jedem Patienten ein Stück Stahl in den Körper zu rammen... Ich halte das für unglaublich unprofessionell.
Andererseits stieß ich dann heute auf diesen Bericht bei n-tv.de und überlege, ob es nicht manchmal doch hilfreich wäre, etwas mehr zu üben. Nur bitte konsequent: nicht immer nur Vene-peripher-simpel, sondern auch mal was zentrales, mal 'ne Arterie oder wenigstens eine Venae sectio! Zumindest letztere hätte in Ohio sicher weitergeholfen.