Wohnblocksiedlungen haben ja manchmal auch ihre Vorteile. Zum Beispiel wenn einem langweilig ist und man ein wenig die Nachbarn beobachten kann. Vorweg: wenn es draußen dunkel ist und in einem Raum das Licht brennt, kann man von außen so ziemlich alles sehen, was drinnen passiert, ohne selbst gesehen zu werden. Außer, man knipst selbst auch das Licht an...
Die folgende Geschichte ist Wort für Wort wahr.
Gestern Abend also bekam ich zufällig mit, daß der Nachbar im Block gegenüber offenbar eine neue Freundin hat. Sehr süßes Ding, keine Frage. Netter Hintern und (wie ich später sehen durfte) auch Tangaträgerin, wie sich's gehört. ;-)
Die beiden haben in trauter Zweisamkeit das Bett hergerichtet (wobei ein zweiter Satz Kissen/Decke frisch bezogen wurde - hatte er seit ich gegenüber wohne noch nie gebraucht...) und ihre Klamotten für den nächsten Tag hübsch ordentlich bereitgelegt.
Für die folgenden Szenen muß man wissen, daß Zimmer und Bad nebeneinander liegen und ich beide Fenster gut einsehen kann - ich konnte also gleichzeitig sehen, wer was tut.
Zuerst ist sie ins Bad gegangen und er hat im Zimmer irgendwelche Papiere durchgesehen. Sie hat kurz geduscht (Nebenbei: die Reihenfolge, von innen nach außen betrachtet, Lichtquelle - Duschvorhang - Dusche - Milchglasfenster macht das Bild nur unwesentlich unscharf; nicht nur ihr Hintern ist hübsch geformt...) und dabei ihre Zähne geputzt, hat sich anschließend ihre Haare gebürstet, war kurz auf Klo und nach etwa 15 Minuten aus dem Badezimmer wieder raus.
Dann ist er ins Bad. Sie hat sich ganz offensichtlich auf das gefreut, was der Abend noch bringen sollte. Hat die Kissen schön gemütlich angeordnet, sich hingelegt, ist wieder aufgestanden. Hat das Licht ein wenig gedimmt (zum Glück nicht zu doll) und sich aufs Bett gesetzt. Verschiedene mehr oder weniger laszive Posen. Kissen und Bettdecken nochmal geprüft und umdrapiert. Probeliegen. Wieder aufstehen.
Mit der Zeit kam spürbar Langeweile auf (er seinerseits hat nicht geduscht, ehrlicherweise weiß ich gar nicht genau, was er die ganze Zeit im Bad getrieben hat - es sah aus, als würde er sich minutenlang im Spiegel betrachten...) und sie fing an, sich sein Bücherregal anzuschauen. Nahm hier oder da mal ein Buch heraus, blätterte, schob es wieder ins Regal, schaute weiter.
Irgendwann fiel ihr dabei eine Zeitschrift entgegen, die wohl quer über einigen Büchern lag, und die sie sich natürlich auch ansah. Ich kann nur vermuten, was das für ein Heft war, aber sie schien ganz und gar nicht amüsiert. Sie hat das Heft aufs Bett gelegt und fing an, sich wieder umzuziehen. Schlafanzug aus (deswegen weiß ich das mit dem Tanga...), Jeans und Pulli an, Klamotten eingepackt und gegangen.
Ich war ja schon schwer damit beschäftigt, mich auf dem Boden herumzuwälzen und auf den Tepich zu trommeln, aber das coolste: ER hat davon noch gar nichts mitbekommen! Inzwischen war er ja schon seit über 30 Minuten im Bad zugange und sie - einfach weg! Wie geil!
Tja, seine Übungsheftchen sollte man vielleicht doch besser verstecken. Sowas oder sowas ähnliches wird er sich wohl auch gedacht haben, als er irgendwann aus dem Bad kam und erkannte, was er gerade für ein Drama verpasst hat. Für mich hat sich die Stunde am Fenster jedenfalls gelohnt - langweilig war das nicht.
Montag, 16. November 2009
Gestern Abend am Fenster...
Freitag, 13. November 2009
Google-Maps-Paradoxone
Keine Ahnung, wahrscheinlich gibt's irgendwo schon feine Listen, aber den hier habe ich ganz allein und sehr zufällig entdeckt: Am Flughafen Frankfurt/Main startet eine Lufthansa-747 Richtung Ost-Nordost, und offenbar wurde sie mehrfach vom Satelliten erfasst (der Abstand zwischen drei startenden Maschinen wäre sonst zu eng).
Lustig: es sind drei Flugzeuge zu sehen, aber vier Flugzeug-Schatten:
Donnerstag, 1. Oktober 2009
Deutscher Tolerantismus
Vor einem guten Dreivierteljahrhundert ließ sich das Deutsche Volk von einem geisteskranken Fanatiker dazu verleiten, Intoleranz als oberste Maxime anzuerkennen, als todbringendes Programm zu zelebrieren.
Nach dem bitteren Erwachen '45 erkannte man allmählich, wie groß die Schuld war, die man auf sich geladen hatte, und wie dringend nötig es sein würde, von der maximalen Intoleranz aus sich zum Gegenteil zu wenden.
Und weil nun das Deutsche Volk in seiner ureigensten Art stets bestrebt ist, die Dinge besonders gründlich zu tun, entwickelte sich eben nicht einfach nur ein tolerantes Volk, nein - die Deutschen gebaren den Tolerantismus.
Tolerantismus bedeutet, daß die eigenen Interessen nicht nur gleichwertig mit jenen der anderen gesehen werden, sondern daß die eigenen Interessen geradezu verleugnet werden, sobald sie jene anderer Völker oder Gemeinschaften einschränken könnten.
Im täglichen Leben bedeutet das, daß in einer deutschen Schule eher die Kruzifixe entfernt werden, weil sich Menschen nichtchristlichen Glaubens daran stören, als daß Kopftücher verboten würden.
Tolerantismus führt auch dazu, daß muslimische Schüler vor Gericht das Recht auf ihr Gebet auch während der Schulzeit erstreiten können, weil das Interesse des Deutschen Volkes nach Integration weniger zählt.
Von der Tatsache abgesehen, daß meines Erachtens Religion und Glaube sowieso nichts weiter tun, als diese Welt immerfort neu in Not und Elend zu stürzen, sehe ich die gleiche Gefahr beim Tolerantismus.
Tolerantismus ist auch eine Art von Fanatismus, eine Form der freiwilligen Einschränkung des eigenen Denkens und der eigenen Urteilsfähigkeit, eine Form der Abkehr vom gesunden Menschenverstand, vom rechten Maß.
Aber wie Deutschen haben ja reichlich Erfahrung damit, geistesgestörten Demagogen hinterherzulaufen - egal, ob sie sich nun "Hitler", "Benedict XVI" oder "Imam sonstwie" nennen - wir werden wie üblich blind ins Verderben rennen.
Mittwoch, 30. September 2009
Asoziales Verhalten nicht dulden!
In Großbritannien kocht gerade ein ziemlich abscheulicher Fall von fortgesetztem Mobbing hoch, siehe hier bzw. auch hier:
Die Mutter zweier schwerbehinderter Kinder hatte sich über viele Jahre hinweg wiederholt an die Polizei, an das Sozialamt und sogar an den örtlichen Abgeordneten gewandt, mit der Bitte um Hilfe. Doch nichts geschah. Schließlich zündete sich die Frau samt ihrer Tochter an.
Der britische Premierminister kündigte nun "Maßnahmen gegen asoziales Verhalten" an - was auch immer das sein wird.
Ich meine, asoziales Verhalten kann nicht geduldet werden.
Nicht in Großbritannien.
Aber auch nicht hier in Deutschland.
Ich meine, Menschen, die sich asozial verhalten, sich also mit ihrem Verhalten gegen die Gesellschaft bzw. gegen eindeutig schwächere Mitglieder der Gesellschaft wenden, solche Leute gehören sehr deutlich sanktioniert. Das kann von der Kürzung der Hartz-IV-Bezüge oder dem Ableisten von Sozialstunden bis hin zur sofortigen Abschiebung gehen, je nachdem, welche Möglichkeiten für das konkrete Subjekt zur Verfügung stehen.
Und ganz ehrlich: wir müssen endlich aufhören mit dieser verblödeten Ei-ei-guttschi-Kuschelpädagogik. Wenn es hier und heute nicht gelingt, Kindern und Jugendlichen das Ideal einer Gemeinschaft zu vermitteln, in der jeder seinen Wert hat, werden wir bald noch viel mehr totgeprügelte Bürger haben.
Freitag, 25. September 2009
Kernreaktorfernüberwachung
Die Kernreaktorfernüberwachung (KFÜ) des Landes Schleswig-Holstein ist eine Einrichtung, die bereits seit 1981 eine kontinuierliche Überwachung der kerntechnischen Anlagen im Land sicherstellt.
Zum Beispiel laufen dort permanent Meßwerte von diversen Strahlungssensoren im Umfeld von Kernkraftwerken ein, ebenso wird automatisiert in die KFÜ gemeldet, wenn sich ein Kraftwerk selbst abschaltet.
So eine Reaktor-Schnell-Abschaltung hat es ja im Kraftwerk Krümmel am 4. Juli gegeben - bei der "Generalüberholung" der Transformatoren waren ja kleine Metallspäne in die Rohrleitungen gelangt und hatten die Brennstäbe beschädigt. Die Kraftwerks-Elektronik hat das bemerkt und sozusagen das Not-Aus-Programm gestartet.
Das zeigt uns:
Kernkraftwerke sind sicher.
Wenn was schiefläuft schalten sie sich selbst ab.
Man mag sich fragen, warum denn niemand diese Metallspäne vorher entfernt hat. Nun ja, offenbar passierte dort nach dem Brand ein Jahr zuvor vieles unter hohem Zeitdruck. Und unter Zeitdruck passieren die meisten Fehler.
Das zeigt uns:
Kernkraftwerke sind sicher.
Menschen und ihre Profitgier machen sie unsicher.
Die Meldung über die Schnellabschaltung wurde übrigens auch in der KFÜ in Kiel registriert. Jedenfalls elektronisch. Leider hat dies dort niemand zur Kenntnis genommen, weil der Störfall außerhalb der Dienstzeiten passierte. Pech eben, aber "Sie rufen außerhalb unserer Geschäftszeiten an."
Das zeigt uns:
Kernkraftwerke sind sicher.
Menschen und ihre Profitgier machen sie unsicher.
Der Staat ist aufgrund von Geiz nicht in der Lage, uns zu schützen.
Man muß allerdings - ehrlicherweise - zugestehen, daß bei wichtigeren Ereignissen wie dem Austritt von Radioaktivität ein Mitarbeiter der KFÜ informiert wird. Die haben eine 24-Stunden-Rufbereitschaft an 7 Tagen die Woche.
Insofern können wir also ganz beruhigt sein: Wenn's zu spät ist, wenigstens dann kriegt es jemand mit - bei der Gelegenheit empfehle ich, mal auf die Unfallpyramide nach Skiba zu schauen und darüber nachzudenken, in welcher Ebene wir uns mit dieser KFÜ-Story wohl befinden...
Mittwoch, 23. September 2009
Ich habe Angst!
Gestern schlenderte ich über den Hamburger Hauptbahnhof und lief dabei mehreren Streifen der Bundespolizei über den Weg. Immer zu zweit, mit schußsicherer Weste, einer von beiden mit umgehängter Maschinenpistole. Junge Männer, fast noch Kinder, aber mit martialisch wirkender Statur und grimmigem Blick.
Abschreckend soll das wirken auf die Terroristen - und dem Bürger ein Gefühl von Sicherheit vermitteln.
Also, ich persönlich glaube ja, daß es genau andersrum ist: die Terroristen können angesichts dieser ungezielten Präsenzerhöhung sicher sein, daß die deutschen Behörden nichts Genaues wissen. Und ich als Bürger habe Angst, daß plötzlich ein Kind hinter so einem MP-Mann eine Brötchentüte zerknallt, worauf er dann wild um sich ballert.
Ich muß zugeben, die islamistischen Vollpfosten haben ihr Ziel erreicht, denn: ich habe Angst.